i Ratgeber für Graviola

Graviola – Lecker und heilkräftig

Graviola Frucht

In Lateinamerika heißt sie beispielsweise Guanabaná oder Guyabano, in Brasilien „Chirimoya“ oder „paw-paw“ – die Rede ist von der Graviola, einer exotischen Obst-Sorte. Im Deutschen heißt sie „Stachelannone“ oder „Sauersack“ (vom Englischen „Soursop“).

Im asiatischen Raum hat sich die Bezeichnung Durian-Frucht eingebürgert, auch Sirsak oder Corossol sind geläufig. Angelehnt an die ursprüngliche haitische Benennung entstand der englische Name „custard apple“, übersetzt etwa Pudding-Apfel.

Der Geschmack des Fruchtfleisches ist erfrischend süß-sauer – aber nur, wenn die Frucht reif ist. Andernfalls macht sie ihrem Namen „Sauersack“ alle Ehre. In den Herkunftsländern wird die Graviola-Frucht als Nahrungsmittel sehr geschätzt.

Gesund ist sie wegen ihrer Vielzahl an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und bio-aktiver heilkräftiger Substanzen.

Graviola Blätter
Graviola Blätter sehen den Lorbeer-Blättern ähnlich

Botaniker kennen das Gewächs unter dem Namen Annona muricata. Das ist abgeleitet vom haitischen Wort „Anon“, das „Rahmapfel“ bedeuten soll und auf das cremige Fruchtfleisch hinweist.

Eine ganze Familie mit mehreren Unterarten wird nun unter dem Oberbegriff Annonen-Gewächs oder Annonaceae zusammengefasst. Diese gehört wiederum zur Ordnung der Magnoliengewächse.

Der Baum, auf dem die Graviola-Frucht wächst, wird zwischen vier und 12 Meter hoch. Seine Blätter erinnern entfernt an Lorbeer, sind aber runder geformt, glänzend und dunkelgrün.

Die Blüten sind unscheinbar grünlich-gelb und riechen süßlich, teilweise unangenehm.

Als die Spanier im 16. Jahrhundert die Karibik, Westindien, Mittel- und Südamerika eroberten, fanden sie dort viele in der Alten Welt vollkommen unbekannte Pflanzen vor.

Die Ureinwohner nutzten sie auf vielfältige Weise als Nahrungs- und Heilmittel. Eine davon ist der Graviola-Baum.

Auf dem Umweg über Spanien gelangten die ersten Graviola-Früchte und -Samen bis nach Südostasien, Indien, Ceylon und später nach Australien. Dort begann man bald planmäßig mit dem Anbau.

Auch in Ländern, in denen er erst vor wenigen Jahrhunderten eingeführt wurde, erkannten die Landesbewohner überraschend schnell die vielfältigen nahrhaften Eigenschaften und Heilkräfte des Graviola-Baumes, seiner Früchte, Samen, Blätter und Wurzeln.

Die Graviola-Frucht und andere Teile des Baumes sind in Europa noch wenig bekannt. Das liegt wohl daran, dass die Pflanze nur in den Tropen wirklich gut gedeiht und Früchte trägt. Diese Früchte können so groß werden wie Melonen.

Sie ähneln optisch in etwa einer riesigen, mit einer gummiartigen, dicken und stachelbesetzten Haut umhüllten Avocado oder Birne. Reisende, die gerne lokale Märkte in exotischen Ländern besuchen, sehen Graviola-Obst hier oft zum ersten Mal.

Das Fruchtmark wird abgepackt für Erfrischungsgetränke, Süßspeisen, Marmeladen, Obstsalaten und auf den Philippinen als deftiges Gemüse zubereitet.

Neben Extrakten und getrockneten Blättern sind längst auch Saft, Graviola-Sirup und sogar ganze Früchte frisch erhältlich. Frische Produkte werden über den Online-Versandhandel vertrieben, andere Produkte über Reformhaus und Bio-Markt.

Rezepte für die Zubereitung von Eis, Mixgetränken und Smoothies sind im Internet bereits reichlich zu finden.


Die Graviola Blätter

In den Heimatländern der Graviola werden alle Teile des Baumes verwendet, vor allem die länglichen, dunkelgrün glänzenden Blätter. In fermentierter Form lässt sich aus ihnen ein Aufguss zubereiten, der sich als Frühstücks-Getränk eignet, im Geschmack fast mit Kaffee oder Schwarztee vergleichbar.

Auch frische oder getrocknete Guanabaná- oder Graviolablätter ergeben ein anregendes Heißgetränk. Je nach Art der Zubereitung entfaltet es heilende Wirkung.

Alle Vitamine und Vitalstoffe, die im Fruchtmark enthalten sind, finden sich in hoher Konzentration auch in den Blättern und im Tee. Die Blätter gelten sogar als heilkräftiger als die Frucht.

Für die Zubereitung sind ein Teesieb oder ein Filter empfehlenswert. Wer den Tee nur des Geschmacks wegen genießen möchte, lässt die Blätter im Wasser maximal 10 Minuten lang ziehen oder leise köcheln.

Als „Hausmittel“ und Arznei wird teilweise eine Ziehzeit von bis zu 20 Minuten empfohlen, damit sich alle Graviola-Inhaltsstoffe ausreichend entfalten können.

Der Tee schmeckt fruchtig bis herb – je nach Dauer der Zubereitungszeit. Mischungen mit Ingwer oder Limette sind sehr lecker.


Die Graviola-Frucht

Wer die große, stachelige Graviola-Frucht bislang nicht kennt, braucht zunächst eine „Gebrauchsanleitung“, um sie zu nutzen: Eine frische, reife Frucht wird der Länge nach halbiert. Die (giftigen) Kerne müssen entfernt werden.

Das cremige, weiche Fruchtmark lässt sich dann leicht mit einem Löffel aus der Schale schaben. Es schmeckt erfrischend süß-säuerlich. Püriert eignet es sich für die Herstellung von Smoothies und Mixgetränken, Obstsalat, Eiscreme und Sorbets der als herzhaftes Gemüse.

Doch Vorsicht – es gilt, den richtigen Reifezeitpunkt zu erwischen. Andernfalls schmeckt das Fruchtfleisch nicht süß-säuerlich und erfrischend, sondern schlicht sauer und langweilig. Dem Namen „Sauersack“ macht die Frucht dann alle Ehre. Reif ist sie, wenn die Schale überall auf leichten Fingerdruck etwas nachgibt.

Die Graviola-Frucht nimmt Druck und längere Transporte übel. Daher wird sie knapp vor der Reife geerntet und möglichst schnell verarbeitet. Abgepackt im Kühlfach ist das Fruchtmark gut haltbar.


Die Inhaltsstoffe von Graviola und ihre Wirkung auf den menschlichen Körper

Graviola Vitamine
Das vitaminreiche Fruchtfleisch der Graivola-Frucht hat viele positive Wirkungen auf den menschlichen Organismus

Die Graviola- oder Guanabaná-Frucht ist ein guter Vitamin- und Vitalstoff-Lieferant.

Bei etwa 17 Gramm Kohlehydraten und knapp 90 Kcal auf 100 Gramm Fruchtfleisch allerdings auch eine Kalorienbombe.

Das Spektrum der Inhaltsstoffe ist bei den Blättern ganz ähnlich, allerdings entfallen hier die Kalorien, wenn beispielsweise ein Aufguß zubereitet wird.

Die Frucht enthält (auf 100 Gramm gerechnet) beispielsweise 0,1% gesättigte und 0,2% ungesättigte Fettsäuren, kein Cholesterin – dafür reichlich Ballaststoffe und sogar 1% Protein.

Wichtig sind enthaltenen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente:

  • Kalium - knapp 280 mg
  • Eisen – 0,6 mg
  • Kalzium - 14 mg
  • Vitamin C 20,6 mg
  • Vitamin A – 0,3 Mikrogramm
  • Vitamin C – 20,6 mg
  • Magnesium 21 mg (im Vergleich dazu enthalten 100 g Banane etwas über 50 mg Magnesium).
  • Vitamin D, Vitamin B6 und B12 sind ebenfalls enthalten.

Dazu kommen Sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Phenole, deren positive Wirkung auf die Blutgefäße, den Stoffwechsel allgemein und das Immunsystem nachgewiesen sind.

Weiterhin wurden einige sehr geheimnisvolle Substanzen entdeckt, die Acetogenine und deren „Unterarten“, wie Annonazin, Nornuciferin und Asimilobin.

Was hat es damit auf sich?

In den 1990er Jahren gelang es, die Acetogenine zu isolieren. Im Reagenzglas zerstörten sie selektiv den Stoffwechsel der Mitochondrien (Zellkerne) von Krebszellen, ließen aber gesunde Zellen unbehelligt.

Eine Untergruppe der Acetogenine ist das Annonacin, ein Nervengift, das vor allem in den Kernen der Graviola, aber in minimaler Konzentration auch in Frucht und Blättern vorkommt. Die Menge entscheidet offensichtlich über die Toxizität oder Heilkraft.

Den Acetogeninen wird hohe Wirksamkeit gegen Viren, Bakterien und Darmparasiten zugeschrieben, zudem sind sie offensichtlich entzündungshemmend – deswegen helfen Aufgüsse oder Tee aus Graviola-Blättern auch gegen rheumatische oder arthritische Schmerzen oder können Fieber senken.

Die Nornuciferine finden sich beispielsweise auch im Lotus, einer traditionellen Heilpflanze. Sie gelten als beruhigend, können den Blutdruck durch eine Gefäßerweiterung senken, den Magen beruhigen und Fieber bekämpfen.

Asimilobine greifen steuernd in den Dopamin- und Serotonin-Haushalt ein, indem sie deren Rezeptoren ansprechen und „besetzen“ – in der Folge steht mehr Serotonin frei zur Verfügung.

Einen ähnlichen Effekt haben Medikamente gegen Depressionen. Die Wirkung der Asimilobine ist stimmungsaufhellend, die Einnahme wirkt beruhigend und stabilisierend.


Anwendungsbereiche von Graviola

Die Anwendungsgebiete von Graviola-Blättern und der Graviola-Frucht überschneiden sich teilweise. In seiner tropischen Heimat werden häufig auch Wurzeln, Rinde oder Samen zu Heilzwecken eingesetzt.

Bereits im Jahr 1976 entdeckten Forscher am National Cancer Institut in den USA, dass die Acetogenine in der Lage sind, Krebszellen am Wachstum zu hindern, aber keine Auswirkungen auf gesunde Zellen zu haben.

Diese Beobachtung war Anlass für eine große Zahl weiterer Studienprojekte. 1997 publizierte die Purdue Universität Ergebnisse zum genauen Wirkmechanismus der Acetogenine.

Die Wirkstoffgruppe blockiert ein Enzym im Stoffwechsel der Krebszelle, das deren Energiezufuhr, die „Zellatmung“, regelt. In der Folge sterben Krebszellen ab. Zahlreiche, in den verschiedenen Teilen des Graviola-Baumes gefundene Acetogenine wurden mit den bekannten „Zellgiften“ aus der Chemotherapie verglichen.

Sie verblüfften durch eine Wirkung, die die der üblichen Arzneien gegen Krebs (Zytostatika) um ein Zehntausendfaches übertrafen. Zudem griffen sie auch Krebszellen an, die widerstandfähig gegen die üblichen Therapiemaßnahmen waren.

Graviola-Tee und seine Effekte

In der traditionellen Heilkunde der Herkunftsländer hat der Tee aus Graviola-Blättern seinen festen Platz. Die Vielzahl der Anwendungsgebiete ist beeindruckend.

In der Amazonas-Region wird der Aufguss innerlich wie äußerlich zur Behandlung von Entzündungen und fiebrigen Infektionen der Atemwege eingesetzt.

Heilkundige der Amazonas-Region verordnen Graviola-Blättertee bei allen Arten von Leber-, Magen- und Darmleiden. Sie wirken entgiftend und zugleich stärkend auf die Organe.

Wer angespannt und depressiv ist, unter Stress und Schlafstörungen leidet, profitiert davon, dass Graviola-Tee sich auf den Serotonin-Haushalt einwirkt: Die Inhaltsstoffe regen eine vermehrte Ausschüttung des „Glückshormons“ an und sorgen damit oft schon nach kurzer Zeit für eine Stimmungsaufhellung und eine entspanntere Sicht auf die Welt.

Auf diesem Umweg gelingt es häufig auch, einem erhöhten Blutdruck entgegenzuwirken oder Schlafstörungen zu beheben.

Sportlern hilft der Tee, Muskeln und Knochen nach großen Anstrengungen zu entspannen, die Neigung zu Muskelkrämpfen zu senken, Schmerzen nach Verletzungen, Muskelkater und Entzündungen zu lindern. Verantwortlich dafür sind die enthaltenen Acetogenine.

Die Acetogenine im Graviola-Tee sind seit vielen Jahren Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen: Offensichtlich sind sie in der Lage, Wachstum und Zellteilung von Krebs- und Tumorzellen zu unterbinden.

Äußerlich angewendet, hilft der Aufguss gegen verschiedene Hauterkrankungen und unreiner Haut.

Verschiedene Studien dokumentieren die positive Wirkung des Graviola-Tees auf Leber und Bauchspeicheldrüse. Auf diesem Wege lässt sich die Insulin-Freisetzung regulieren. Im Tierversuch wurde festgestellt, dass sich krankhaft hohe Blutzuckerwerte mit Hilfe von Graviola-Tee deutlich verbessern lassen.

Die entgiftende, den Darm reinigende Wirkung lässt sich auch bei einer Diät gut nutzen.

Blätter-Aufguss und Fruchtfleisch gleichermaßen wirken gegen Darmparasiten, die in tropischen Regionen vor allem bei Kindern große Probleme verursachen.

Kurz zusammengefasst: Graviola-Tee schmeckt nicht nur gut und erfrischend. Er

  • wirkt entzündungshemmend,
  • stärkt das Immunsystem vorbeugend ebenso wie bei akuten Infektionen,
  • wirkt krampflösend,
  • wirkt stimmungsaufhellend,
  • wirkt fiebersenkend und
  • kann bei verschiedenen Stoffwechselstörungen harmonisierend eingesetzt werden, beispielsweise bei Bluthochdruck oder erhöhtem Blutzuckerspiegel.
  • wirkt allgemein entgiftend
  • hilft gegen Magen- und Darmparasiten

Graviola-Frucht und ihre Anwendung

Ganz ähnliche Effekte wie mit dem Tee aus Graviola-Blättern lassen sich mit Frischsaft oder Püree aus der Frucht der Graviola zu erzielen.

Das Graviola-Püree beruhigt den Magen und hilft, einen überhöhten Harnsäurespiegel zu senken. Fruchtfleisch oder Saft helfen wie der Tee dem Immunsystem, sich gegen Viren zu behaupten.

Betroffene mit Lippenherpes beispielsweise beobachten häufig, dass die Bläschen sich schnell zurückbilden oder auch bei Stress nicht mehr auftreten, wenn sie über längere Zeit Graviola-Saft einnehmen.

Zur Stimmungsaufhellung, zum Abbau von Stress, zur Entgiftung des Körpers und zur allgemeinen Stärkung der Immunabwehr ist neben Saft und Extrakten auch Graviola-Sirup geeignet.

Ebenso wie der Tee helfen auch Extrakt aus Frucht oder Blättern, die frische Frucht selbst oder Saft daraus, eine Chemotherapie besser zu überstehen.

Gleiche Erfahrungen machten Patienten, die wegen Leberleiden dauerhaft starke Medikamente einnehmen müssen. Zahlreiche Kranke beobachten, dass sie sich insgesamt vitaler und kräftiger fühlen, wenn Graviola-Produkte begleitend zur Therapie eingenommen werden.

Graviola-Samen

In einigen der Herkunftsländer werden aus den an sich giftigen Samen der Graviola-Frucht Öle gepresst, das äußerlich gegen Gelenk- und Gliederschmerzen bei Arthritis oder rheumatischen Erkrankungen Anwendung findet.

Auch zur Bekämpfung von Parasiten oder zur Insektenabwehr eignen sich solche Zubereitungen. Zur Verwendung der Samen zu Heilzwecken scheinen bislang keine wissenschaftlichen Arbeiten zu existieren.

Weil die Samen das Nervengift Annonacin enthalten, dürfen sie auf keinen Fall zusammen mit dem Fruchtfleisch verzehrt werden.

Das Anbauen des Graviola-Baumes gelingt nur in den Tropen. Hierzulande lässt er sich höchstens als Zimmer- oder Treibhauspflanze züchten. Experimentierfreudige bestellen dazu keimfähige Samen im Internet.


Heilchancen mit Graviola

Graviola-Produkte sind keine Wunder-Medizin! Keinesfalls sollten sie bei einer schweren Erkrankung in „Eigenregie“ als Ersatz für eine herkömmliche Behandlung verwendet werden.

In vielen Fällen schreiten solche Krankheiten so rasch voran, dass das Zeitfenster für Experimente mit alternative Behandlungsmethoden schlicht zu klein ist. Dieses Risiko sollte niemand eingehen.

Trotzdem existieren zahlreiche Studien, Erfahrungen und Berichte über Erfolge bei der Anwendung der Graviola gegen schwere Erkrankungen. Sie weisen darauf hin, dass die Einnahme von Graviola helfen und die Heilchancen erheblich verbessern kann.

Die Einnahme ist empfehlenswert beispielsweise

  • bei Schmerzen durch entzündliche Gelenkerkrankungen wie Rheuma oder Arthritis.
  • gegen Niedergeschlagenheit, Erschöpfung und depressive Zustände.
  • zur allgemeinen Stärkung des Immunsystems.
  • begleitend und unterstützend, wenn längerfristig stark belastende Medikamente eingenommen werden müssen.
  • ergänzend zu einer Chemotherapie, um die Heilchancen zu vergrößern.
Graviola Smoothie
Regelmäßiger Konsum von frischem Saft oder Smoothies mit Graviola scheinen sich positiv auf die Sehkraft auszuwirken – ein Plus bei müden, überstrapazierten Augen.

Selbstverständlich ist Graviola auch keine „Wunderwaffe“ zum Abnehmen, bietet aber effektive Unterstützung auf natürlicher Basis.

Die entgiftende Wirkung von Graviola hilft, Leber und Niere zu entlasten und Schadstoffe auszuleiten. Der Insulin-Stoffwechsel wird positiv beeinflusst.

Während einer Diät eingenommen, sorgt Graviola für mehr Elan und Energie und das Hautbild verbessert sich entscheidend.


Graviola – mögliche Nebenwirkungen

Intensive Forschungsarbeiten und vor allem Beobachtung beschäftigen sich mit den Anwendungs-Erfolgen, aber auch mit möglichen Nebenwirkungen der Graviola.

Graviola und ein niedriger Blutdruck

Graviola -Produkte sind in der Lage, den Blutdruck zu senken. Das ist positiv. Doch Personen, die von Natur aus zu sehr niedrigem Blutdruck neigen, müssen entsprechende Vorsicht walten lassen.

Die biologisch aktiven Inhaltsstoffe erweitern die Gefäße – eine mögliche, sehr unangenehme Nebenwirkung ist daher ein „lahmgelegter“ Kreislauf bei Hypertonikern.

Graviola und neurologische Erkrankungen?

Vor einiger Zeit wurde entdeckt, dass Graviola möglicherweise für neurologische Symptome ähnlich denen der Parkinson-Krankheit verantwortlich sein könnte.

Bei dieser Erkrankung wird der Stoffwechsel bestimmter Nervenzellen im Gehirn geschädigt.

In einigen Ländern, in denen naturgemäß viel Guanabaná- oder Graviola-Frischsaft, Fruchtmark oder auch Tees aus den Blättern konsumiert werden, scheinen sich diese Parkinson-artigen Krankheitsbilder zu häufen.

Noch fehlen dazu wissenschaftliche Untersuchungen. Das Phänomen tritt durchaus nicht überall dort auf, wo Graviola verzehrt wird. Möglicherweise spielen verschiedene Faktoren zusammen, etwa eine genetische Veranlagung in bestimmten Regionen.

Eine dauerhafte Einnahme hochdosierten Graviola-Extrakts ist trotzdem stets mit Vorsicht zu empfehlen. Experten raten, Graviola als Kur anzuwenden und mehrwöchige Einnahme-Pausen einzulegen. So lassen sich Nebenwirkungen sicher vermeiden.

Graviola in der Schwangerschaft?

Graviola hat in der Naturheilkunde der Herkunftsländer den Ruf, den Uterus zu aktivieren. Schwangere Frauen sollten auf eine Einnahme verzichten. Denn möglicherweise besteht das Risiko, zur Unzeit Wehen in Gang zu setzen.

Graviola und die Anwendung bei Darmerkrankungen

Die heilsame Wirkung von Graviola gegen Darmparasiten oder Darminfekte ist bewiesen. Trotzdem gilt es zu beachten, dass Graviola-Produkte die Darmflora grundsätzlich beeinflussen.

Eine längerfristige, hochdosierte Einnahme kann daher fallweise zu Verstopfung oder Durchfall führen. Dann ist es angezeigt, einige Tage oder vollständig auf das Graviola-Produkt zu verzichten, bis eine Besserung eintritt.

Kann Graviola Allergien auslösen?

Sehr selten, aber möglich ist eine allergische Unverträglichkeit von Graviola – in diesen Fällen tritt rötlicher, juckender Ausschlag als Nebenwirkung auf. In diesen Fällen sind Verzehr oder Einnahme abzubrechen. Die Symptome sollten dann sofort verschwinden.

Die Qualität entscheidet über die Wirksamkeit

Entscheidend für den Erfolg oder die Verträglichkeit jeder Nahrungsergänzung ist die Qualität: Nur Bio-Produkte aus ökologischer Herstellung erfüllen alle Sicherheitskriterien.

EU Bio-Siegel
Siegel © EU
Beim Kauf von Graviola Produkten sollte man auf das EU Bio-Siegel achten.

Entsprechende Zertifikate und Bio-Siegel zeigen, dass keine Rückstände von Pflanzenschutz- oder chemischen Düngemitteln, Farb- oder Konservierungsstoffen zu befürchten sind.

Allzu oft werden unliebsame Nebenwirkungen einer Pflanze oder Frucht oder einem Produkt daraus zugeschrieben.

Später stellte sich dann heraus, dass Fehler in der Verarbeitung und Umweltsünden schon beim Anbau die Präparate wertlos oder gar gefährlich machten.


Die korrekte Dosierung

Noch existieren zur genauen Dosierung oder zur verträglichen „Höchstmenge“ von Graviola zu wenige Richtwerte. So lässt sich bislang nur aus Erfahrungswerten schließen, welche Mengen an Graviola-Produkten gut verträglich und welche wirksam sind.

Dazu kommen individuelle Unterschiede. Hersteller geben zumindest die Konzentration des Graviola-Extraktes pro Kapsel, Tablette oder Tropfen und Pulver an. Das erleichert die Dosierung.

Treten bei der Anwendung keine Nebenwirkungen auf (Verdauungsstörungen, Hautallergien), kommt es offenbar eher auf die Konsequenz bei der Einnahme als auf die täglich konsumierte Menge an.

Zu Beginn der Verwendung ist es ratsam, eher sparsam zu dosieren, damit sich der Organismus langsam an die bioaktiven Inhaltsstoffe gewöhnen kann.

Im Online-Handel werden frische Früchte, reiner oder gemischter Graviola-Saft, getrocknete Blätter für Tee und Aufgüsse, Kapseln, Tabletten und Tinkturen angeboten.

Bei den Tinkturen sind alkoholfreie Varianten zur Anwendung bei Tieren und die übliche Zubereitungsform auf Ethanol-Basis erhältlich.

Die frische Frucht ist recht sättigend und reich an Kalorien – deshalb reichen kleine Mengen für Mixgetränke oder zur Zubereitung von Süßspeisen völlig aus. Was nicht sofort verzehrt wird, lässt sich verpacken und einfrieren.

Bei Frisch- oder Direktsaft sollten nicht mehr als drei Tassen (etwa 300 ml) über den Tag verteilt eingenommen werden.

Das Pulver lässt sich zum Anrühren von Smoothies oder zum Verrühren in Wasser verwenden. Ein oder zwei gehäufte Teelöffel genügen hier zur Herstellung von Getränken oder Desserts.

In der traditionellen Heilkunde werden zwei bis drei frische Graviolablätter zwischen 10 und 20 Minuten in etwa einem Liter Wasser gekocht.

Etwa zwei bis drei Teelöffel getrocknete, zerkleinerte Blätter entsprechen dieser Menge. Eine bis drei Tassen dieses Aufgusses sind eine sinnvolle Tagesdosis.

Bis zu drei Tassen täglich helfen, den Blutzuckerspiegel günstig zu beeinflussen. Der Aufguss lässt sich auch äußerlich bei Hauterkrankungen oder als Umschlag gegen rheumatische Schmerzen nutzen.

Kapseln im Handel enthalten zwischen 500 und 2000 mg hochkonzentrierten Graviola-Extrakt. Entsprechend werden davon drei bis eine Kapsel täglich mit viel Flüssigkeit eingenommen.

Graviola-Tinktur wird mit einem Glas Wasser vermischt verabreicht. 30 Tropfen können bis zu dreimal am Tag eingenommen werden. Die Dosis bei Tieren richtig sich nach deren Größe und Körpergewicht.

Zur Behandlung schwerer Erkrankungen sollte immer der Rat eines Tierarztes eingeholt werden. Besonders bei Kleintieren und Katzen ist es für Laien schwierig, die richtige, nicht zu große Dosis herauszufinden.

Selbstverständlich kann die Verträglichkeit individuell verschieden sein – nicht jeder Organismus kann eine extrem hohe Dosierung verarbeiten.

Bei allergischen Reaktionen muss das Graviola-Produkt sofort abgesetzt werden, bei anderen Nebenwirkungen ist es oft schon hilfreich, die Dosis zu senken.


Wissenschaftliche Studien und Erfahrungsberichte zu Graviola

Die Liste der wissenschaftlichen Studien zu Graviola reicht zurück bis in die 1970er Jahre.

In vielen Drittweltländern wird die Suche nach alternativen, traditionellen Arzneien mit mehr Elan vorangetrieben als in anderen Teilen der Welt. Der Grund sind die fehlenden finanziellen Ressourcen für wirksame Pharmaprodukte.

Deren Hersteller zeigen wenig Interesse, die Wirksamkeit von Naturheilmitteln zu erkunden, es sei denn, die effektvollsten Inhaltsstoffe lassen sich analysieren, synthetisch herstellen und patentieren.

Pflanzen, die quasi im Hinterhof der Patienten wachsen, bieten aber den Bewohner sehr armer, medizinisch bislang schlecht versorgter Länder oft reelle Heilchancen.

Ein Beispiel für diese Art der Forschungsarbeit ist aktuelle Studie (2017), durchgeführt in Nairobi, Kenia, mit dem Titel „Annona Muricata: Wächst ein natürliches Therapeutikum für viele Erkrankungen einschließlich Krebs in unserem Hinterhof?“

Diese Studie kam zu folgendem Ergebnis: Graviola enthält bislang mehr als 200 biologisch wirksame, sicher identifizierte Substanzen. Dazu zählen Alkaloide, Phenole und die Wirkstoffgruppe der Acetogenine.

Im Labor („in vitro“) erwiesen sich diese Stoffe als antioxidativ, antimikrobiell, entzündungshemmend, wirkten als Insektizide und toxisch gegen Krebszellen.

Im Tierversuch bewiesen sie ihre Stress, Depression und Angst hemmenden Eigenschaften, modulierten das Immunsystem, halfen gegen Malaria, schützten Magen, Darm und Leber, förderten die Wundheilung, senkten den Blutzuckerspiegel, hemmten Krebszellen und Tumorwachstum.

Das kenianische Team bezeichnete die Annona muricata oder Graviola als eines der vielversprechendsten natürlichen Heilmittel des 21. Jahrhunderts.

Mittlerweile liegen auch klinische Studien zur Krebstherapie, also wissenschaftlich nachvollziehbare Beobachtungen an menschlichen Patienten vor, die die bisherigen hoffnungsvollen Labor-Entdeckungen bestätigen.

Weitere Studien belegen die positive Wirkung von Graviola auf den Blutzuckerspiegel und die Funktion der Organe.

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