i Ratgeber für Graviola

Die Graviola-Frucht – was ist das?

Graviola die Frucht

Die Graviola-Frucht ist groß, dunkelgrün und stachelig. Ihr Fruchtfleisch schmeckt vor der vollständigen Reife überwiegend sauer und ihre Kerne enthalten ein Nervengift. Auf den ersten Blick bringt das keine Punkte auf der Hitliste exotischer Superfoods.

Warum lohnt es sich trotzdem, Fruchtmark, Saft oder die ganze Graviola-Frucht zu kaufen? Warum ist die Graviola oder Guanabana in Europa noch so unbekannt, obwohl sie über einzigartige Eigenschaften verfügt? Wo kann man sie sogar frisch kaufen?

Der deutsche Name von Baum und Frucht lautet Stachelannone, abgeleitet von dem haitischen Wort „Anon“, da sich etwa mit „Rahmapfel“ übersetzen lässt. Die Bezeichnung passt gut zu dem cremigen Fruchtfleisch.

Die Pflanze selbst zählt zur Ordnung der Magnolienartigen und unter diesen zur Familie der Annonengewächse oder Annonaceae. Die botanische Bezeichnung lautet Annona muricata.

In der ursprünglichen Heimat der Graviola, im tropischen Lateinamerika und der Karibik, ist sie unter den Namen Guanábana oder Guyabano bekannt. Andere Namen sind Soursop (zu Deutsch Sauersack), Sirsak oder Corossol.

Im englischen Sprachgebrauch wird gelegentlich die Bezeichnung Custard Apple, „Pudding-Apfel“ verwendet. Nach der Entdeckung Amerikas wurden der Graviola-Baum und mit ihm die Früchte nach Spanien und von dort nach Indien, Ceylon, Südostasien, Afrika und Australien exportiert:

Die Stachelannone gedeiht überall, wo es tropisch heiß ist. Sie trägt immergrüne, längliche Blätter und kann bis zu zwölf Meter hoch werden.

Die Graviola-Frucht ist aus botanischer Sicht eine Beere. Sie entwickelt sich aus einer grüngelben Blüte, die nicht für die menschliche Nase, wohl aber für Fliegen „appetitlich“ riecht. Mit Hilfe der Insekten findet die Bestäubung statt.

Optisch erinnert die Graviola-Frucht am ehesten an eine Avocado mit Stacheln – allerdings von der Größe einer Melone: Sie kann fast einen halben Meter lang werden und über vier Kilogramm wiegen. Die Schale ist ungenießbar.

Im hellen Fruchtfleisch sitzen schwarze Samenkerne. Sie sind nicht zum Verzehr geeignet, denn sie enthalten das Nervengift Annonacin.

Wer die ganze Frucht kaufen möchte, wird sie kaum im Obstsortiment eines Supermarktes finden. Doch ist es längst möglich, Graviola-Produkte oder Früchte online zu bestellen.


Eigenschaften und Verwendung der Graviola-Frucht

In den Herkunftsländern ist die Graviola oder Guanabana so bekannt wie bei uns der Apfel. Dass die Graviola-Frucht im westlichen Kulturkreis kaum ein Begriff ist, hat mehrere Gründe:

Frisch vom Baum geerntet, schmeckt sie vor allem sauer. Im reifen Zustand nimmt sie jede Art von Druck und Transport übel und verdirbt dann schnell.

Üblicherweise wird sie daher unreif geerntet und reift nach. Als „Pulpa de Guanábana“ bzw. als Fruchtmark, ist das Innere der Graviola auf lokalen Märkten erhältlich und liefert die Basis für Kaltgetränke, Süßspeisen oder Eis.

In Indonesien wird Pudding daraus gekocht, auf den Philippinen ein Gemüse, dessen Geschmack an den von Mais erinnert. Gemixt mit Wasser, Zucker und anderen Früchten entfaltet die Graviola-Frucht alle ihre erfrischenden Geschmacks-Eigenschaften.

Insider lassen die Frucht nach dem Kauf nachreifen, bis die Schale unter leichtem Fingerdruck nachgibt. Dann wird die Graviola-Frucht halbiert und die Kerne werden entfernt.

Das cremige Fruchtfleisch lässt sich direkt auslöffeln oder ausschaben und weiter verarbeiten, beispielsweise zu Smoothies oder Shake-Getränken, zu Eis, Sorbet oder Marmelade.

Maximal 500 Gramm reines Fruchtmark pro Tag sind bereits eine an Vitaminen und Kalorien sehr üppige Portion. 100 Gramm liefern über 90 Kilokalorien: In den Tropen gilt die Frucht daher als sättigendes Nahrungsmittel.

Das Fruchtmark lässt sich problemlos im rohen Zustand tiefgekühlt lagern und behält so seine wertvollen Inhaltsstoffe. Der Geschmack der Graviola-Frucht ist intensiv süß-sauer. Viele, die sie probieren, denken an eine Mischung aus Erdbeere und Ananas.

Die Nährstoffpalette der Graviola-Frucht ist beeindruckend: Sie enthält unter anderem die Vitamine A, C, B2, B5, B6 und B9. Der Anteil an Mineralien und Spurenelementen wie Zink, Kupfer, Selen, Mangan, Eisen, Phosphor, Kalium, Magnesium und Kalzium ist hoch. Dazu kommen sekundäre Pflanzenstoffe.


Die heilende Graviola-Frucht aus dem Regenwald

In der traditionellen Medizin der Herkunftsländer hat die Graviola ihren festen Platz in der Hausapotheke und wird gegen viele Leiden eingesetzt. In entlegenen Regionen der Welt sind „Kräuterkundige“ die einzigen stets erreichbaren „Ärzte“.

Viele Überlieferungen aus der Pflanzenmedizin stehen heute auf dem Prüfstand der modernen Wissenschaft. Dabei werden beeindruckende Eigenschaften enthüllt. Das trifft auch auf die Stachelannone zu.

Studien und Labortests dokumentieren, dass und vor allem, warum Graviola-Fruchtextrakt oder -Saft gegen verschiedenste Erkrankungen wirkt.

Dem Extrakt werden weitreichende antibiotische, antivirale und antiparasitäre Eigenschaften zugeschrieben. Beispielsweise lassen sich Magen-Darm-Parasiten damit erfolgreich behandeln.

Ähnlich wie bei uns der Apfel, ist die Guanabaná oder Graviola dafür bekannt, Störungen der Magen- und Darmfunktion zu beheben. Beispielsweise lässt sich mit ihrer Hilfe ein übersäuerter Magen beruhigen oder die Harnsäureausscheidung normalisieren.

Nicht nur das Fruchtfleisch der Graviola, sondern auch andere Teile des Baumes finden in der Heilkunde Verwendung: Aus den giftigen Samenkörnern wird Öl gepresst, aus den Wurzeln beruhigende und krampflösende Medizin hergestellt.

Ein Tee aus den Blättern des Baumes gilt als gutes Mittel gegen Schlafstörungen. Tee, Öl oder Extrakt helfen beispielsweise gegen Erkältungen der oberen Atemwege, Fieber, bakterielle Entzündungen und Infektionen, Herpes oder stressbedingten Bluthochdruck.

Auf den Spuren der indigenen Heilkunst experimentieren moderne Wissenschaftler mit der Wirkung der Graviola-Extrakte. Dabei machten sie erstaunliche Entdeckungen.

Bereits 1976 gelang es einem Forscherteam des National Cancer Institutes, eine Wirkstoffgruppe, die Acetogenine, aus Blättern und Früchten der Stachelannone zu isolieren. Diese Substanzen sind in der Lage, Krebszellen gezielt in ihrem Wachstum zu hemmen und „auszuschalten“.

Gesunde Zellen werden dabei nicht angegriffen. Darin unterscheiden sie sich von den starken Zellgiften, die in der Chemotherapie zum Einsatz kommen. Die Wirkung ließ sich bei einer ganzen Reihe von Krebsarten beobachten und auch bei Tumorzellen, die gegen die üblichen Medikamente resistent waren.

Zahlreiche weitere Studien verfolgen diese Beobachtungen bis heute weiter. Im Memorial Sloan Kettering Cancer Center in den USA zum Beispiel widmet man sich gezielt der Erforschung natürlicher, pflanzlicher Mittel gegen Krebs.

Auch die Graviola ist hier Gegenstand intensiver Experimente und Untersuchungen.


Wo kann man die Graviola-Frucht eigentlich kaufen?

Wirklich gedeihen kann die Stachelannone nur im tropischen Klima. Trotzdem werden einige Arten mittlerweile in Israel und Spanien angebaut.

Zudem ist es möglich, auch hierzulande keimfähige Samen online zu bestellen. Doch erst moderne Vertriebswege machen es möglich, in Mitteleuropa eine frische Graviola-Frucht zu kaufen.

Wie bereits erwähnt, kann die Graviola-Frucht weder reif geerntet noch über größere Strecken transportiert werden. Sie ist hochempfindlich gegen Druck und verdirbt dann besonders schnell.

Daher wird die Frucht üblicherweise noch unreif geerntet und transportiert. Sie reift aber zuverlässig nach, ohne an Qualität einzubüßen.

Für gewöhnlich wird das Fruchtmark so schnell wie möglich verarbeitet oder portionsweise tiefgekühlt, sobald die Graviola ausreichend nachgereift ist. Auf den regionalen Märkten in den Herkunftsländern kann man die ganze Frucht frisch kaufen.

Doch überwiegend geht sie auch hier beispielsweise als Guanabaná-Fruchtmark eingeschweißt in Plastiktüten über den Ladentisch. Der Reifegrad einer Graviola-Frucht lässt sich leicht feststellen: Die Schale gibt überall gleichmäßig nach, wenn leichter Druck ausgeübt wird.

In Europa haben sich einige Händler darauf spezialisiert, die Graviola-Früchte zu bestellen und nach Bedarf bis aus der Karibik einzufliegen. Die Bestellung erfolgt online.

Preiswerter sind Extrakte, Saft und Blätter – oder tiefgekühltes, abgepacktes Fruchtmark. Größere Bio-Märkte bieten diese Produkte bereits an.

Die größte Auswahl und die besten Vergleichsmöglichkeiten bietet der Online-Handel: Hier ist es möglich, frische Ware in gewünschter, auch kleiner Menge zum Probieren zu bestellen.

Entsprechende Zertifikate stellen sicher, dass die Qualität „stimmt“ und beispielsweise ohne Pflanzenschutzmittel oder Insektizide angebaut wurde.

Interessante Artikel über Graviola: